SCHWERPUNKT:

Der Stellvertreterkrieg in Libyen: in erster Linie ein Krieg der EU gegen Flüchtlinge und Zivilgesellschaft

Es hätte so schön sein können: für Mitte April 2019 hatte der UN-Sondergesandte Ghassam Salamé zu einer „Nationalkonferenz“ in die Stadt Ghadames geladen. Dort sollten die Konfliktparteien im libyschen Krieg über eine dauerhafte Befriedung und ein Ende der Ost-West-Spaltung des Landes und über Wahlen beraten, um die sich die UN seit langem „bemüht“.Als der UN-Generalsekretär António Guterres zur Vorbereitung der Konferenz im Lande weilte, zog der bis Ende 2018 lediglich Ostlybien kontrollierende General Haftar am Donnerstag, den 4. April in den Krieg gegen seinen Widersacher, den...[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Libyen, Kriegerische Konflikte, Schwerpunkt

SCHWERPUNKT - EXTRA:

Libyen: Szenarien der SWP im März 2019

Angesichts der Expansion der sogenannten Nationalen Libyschen Armee (NLA, siehe nebenstehenden Artikel) im Süden Libyens hielt der deutsche, regierungsnahe Thinktank Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) im März 2019 zwei Szenarien für realistisch: Im ersten Szenario schließen westlibysche Kräfte die Reihen gegen die Bedrohung, die von einer Expansion Haftars in Richtung Tripolis ausgeht. „Sollten sich die Kräfte Tripolitaniens darauf einigen, Haftar Widerstand zu leisten, wäre die Einheitsregierung gezwungen, ihm gegenüber einen...[mehr]

Rubrik: Extra, Libyen, Kriegerische Konflikte

KURZ RECHERCHIERT:

Togo: die Corona-Krise in einem totalitär und antisozial regierten Land

Am 27. März 2020 gibt es laut John Hopkins Universität 25 bestätigte vom Corona-Virus infizierte Menschen in Togo, wovon eine/r bereits wieder genesen ist; Verstorbene gibt es nicht. (1) Wie hoch die Zahl der positiven Fälle von an Covid-19"-Erkrankten tatsächlich ist, weiß angesichts des desolaten Gesundheitssystems niemand. Am 20. März traten folgende Beschränkungen der sozialen Kontakte in Kraft: - Zweiwöchige Schließung aller...[mehr]

Rubrik: Togo, Kurz recherchiert

AUFGEFALLEN:

Italien: Die Möglichkeit einer Revolte

Seit drei Wochen inszeniere ich in Süditalien einen modernen Jesusfilm. Der Gottessohn wird vom kamerunischen Aktivisten Yvan Sagnet gespielt, seine Apostellinnen und Apostel sind Flüchtlinge, Kleinbauern, Aktivisten, Sexarbeiterinnen: eine revolutionäre Gegengesellschaft im Kleinen, wie sie in Süditalien im Windschatten einer von den...[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Landkonflikte & Hungerpolitik, Migration Europa, Kommentar

DISKUS:

Überleben in Zimbabwe nach 2017

Vielfältige legale und weniger legale Strategien[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Diskussion, Urbane Konflikte

HINTERGRUND:

Nach George Floyd's Ermordung: Proteste gegen Polizeigewalt auch in Afrika

Afrikaner*innen drängen zunehmend darauf, die Polizeibehörden zur Verantwortung zu ziehen und die repressiven Institutionen, die sie von den Kolonialherren geerbt haben, zu "entkolonialisieren".[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Urbane Konflikte, Zimbabwe, Südafrika, Uganda, Kenia , Nigeria, Hintergrund/Doku

REZENSION:

Falwine Sarr: „Afrotopia“

Der bereits 2016 auf Französisch und 2019 in deutscher Übersetzung erschienene Essay „Afrotopia“ des Musikers, Romanciers und Wirtschaftsprofessors an der Universität von Saint Louis/Senegal, Falwine Sarr, ist eine der in den letzten Jahren meistbeachteten Veröffentlichung des Postkolonialismus. Auch im deutschsprachigen Feuilleton wurde das Werk breit besprochen, wobei das Spektrum der Meinungen von wohlwollendem Interesse bis zu völliger Ablehnung der von Sarr aufgestellten Thesen reichte. Was daran weckt das positive Interesse einer afrophilen Öffentlichkeit? Im Wesentlichen die energisch vorgetragene Absage Sarrs an den in Afrika noch immer dominierenden (west-)europäischen „Diskursen“, die die afrikanischen Menschen in einer negativen Dauerschleife hielten, und dem Plädoyer für eine originär afrikanische „Revolution der Paradigmen und Praktiken“.   Der Afrikanist Andreas Eckert fasst den Ausgangspunkt Sarrs wie folgt zusammen: „Bei der Unabhängigkeit der afrikanischen Länder vor nun beinahe sechs Jahrzehnten habe es sich letztlich nur um eine formelle Anerkennung der Souveränität gehandelt. Die mit dem Kolonialismus verknüpften tief eingegrabenen Herrschaftsformen zum Verschwinden zu bringen sei jedoch ein langer Prozess, in dem auch die Sprache, das Wissen, der Blick auf sich selbst, die Mentalitäten und...[mehr]

Rubrik: Rezension