19.01.15 21:39

Kenia: Grundschüler_innen erobern ihren Spielplatz zurück

Rubrik: Kenia , Urbane Konflikte, Landkonflikte & Hungerpolitik, Soziale Kämpfe

Polizei geht gewaltsam gegenGrundschüler_innen vor. Foto: DPA

In Kenias Hauptstadt Nairobi demonstrierten am 19.01.2015 Grundschüler_innen gegen den Bau eines Parkplatzes an ihrer Schule. Die Polizei ging mit Tränengas gegen die Kinder vor - und löste damit einen Proteststurm aus.

Mindestens drei Tränengasgranaten feuerten kenianische Polizisten bei der Demonstration auf die Schüler_innen. Die Kinder im Alter zwischen drei und 14 Jahren setzten sich für den Erhalt eines Spielplatzes ein und wollten den Zaun, der zwischenzeitlich um das Gelände gezogen worden war, niederreißen.

In örtlichen Medienberichten war von mindestens drei verletzten Schüler_innen die Rede, nach Angaben von Unterstützer_innen des Protests vor der Langata Grundschule in Nairobi sollen dagegen acht Kinder wegen Kontakts mit Tränengas und anderer Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden sein.

Letztendlich gelang es den mehreren Hundert Teilnehmer_innen, auf das Gelände vorzudringen. Sie jubelten, fingen an zu tanzen und Fußball zu spielen.

Der Protest richtete sich gegen Landraub und Pläne, den Spielplatz der Schule in einen Parkplatz umzuwandeln. Die zwischen drei und 14 Jahre alten Schüler waren nach einem zweiwöchigen Lehrer_innen-Streik1 zur Schule zurück gekehrt und fanden den Spielplatz abgeriegelt vor.

Sie rissen den Zaun ein, der offenbar auf Veranlassung eines Hoteleigentümers errichtet worden war, um auf dem Grund den Parkplatz zu bauen. Nairobi ist Sitz zahlreicher Unternehmen, die Drei-Millionen-Stadt wächst rasant. Bauland ist begehrt und häufig Gegenstand von Korruption.

Über den Online-Kurznachrichtendienst Twitter drückten viele Kenianer_innen unter dem Stichwort "OccupyPlayGround" ihr Entsetzen über das Vorgehen der Polizei aus. Ein Polizeisprecher räumte ein, dass offenbar ein nicht angemessenes Ausmaß von Gewalt angewendet worden sei. Die beteiligten Polizisten müssten mit Disziplinarmaßnahmen rechnen.

Quelle: Spiegel online 19.01.2015

1siehe izindaba-Nachricht vom 12.01.2015