Afrika allgemeine Themen

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Mali: UN Truppen gegen Frauen und Kinder

Am 18. und 19. April sind in Malis nördlichster Distrikthauptstadt Kidal wütende Jugendliche auf die Straße gegangen, um gegen das Vorgehen ausländischer Truppen bei der Terrorbekämpfung zu demonstrieren. Sie sammelten sich vor dem Flughafen, der von der UN-Mission in Mali (Minusma) kontrolliert wird, und warfen mit Steinen. Am Montag (18.) wurden vier Menschen getötet worden – Opfer von UN-Blauhelmen, die eigentlich als Friedenstruppe in Mali stehen. Kidal wird nicht von Malis Regierung kontrolliert, sondern von den im Dachverband CMA (Koordination der Azawad-Bewegungen) zusammengeschlossenen Tuareg-Rebellen, mit Hilfe von UN-Soldaten sowie 100 französischen Soldaten. Für diese ist Kidal der Ausgangspunkt von Spezialeinsätzen im Rahmen ihrer „Operation Barkhane“ gegen islamistische Untergrundkämpfer in der umliegenden Wüste. Am 12. April waren drei französische Soldaten ums Leben gekommen, als ihr aus Gao kommender Militärkonvoi zwischen Kidal und dem weiter nördlich gelegenen Tessalit auf eine Mine fuhr. Seitdem haben französische Soldaten zahlreiche Razzien durchgeführt und mutmaßliche Terroristen festgenommen, unter anderem in Kidal. Gegen diese Festnahmen richteten sich die Proteste vom Montag. „Wir haben genug von den...[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Kriegerische Konflikte, Mali

Intervention à la française

Zur Verstrickung des französischen Staates in den Genozid in Ruanda [mehr]

Rubrik: Ruanda, Uganda, Demokratische Republik Kongo, Kriegerische Konflikte, Hintergrund/Doku

Mali: Eine globale Krise

Die Situation in Mali bleibt angespannt. Faktisch ist das Land derzeit zweigeteilt. Den weiträumigen Norden beherrschen verschiedene islamistische Gruppen, die mittels ihrer militärischen Macht der noch verbliebenen Bevölkerung ein Leben gemäß der Sharia aufdrücken wollen. Im Süden Malis haben sich die Putschisten um Hauptmann Sanogo und das Übergangsregime um Traoré soweit angenähert, dass sie sich gegenseitig als Repräsentanten der in der Bevölkerung vorhandenen Grundstimmung akzeptieren und über einen möglichen Umgang mit der Invasion im Norden austauschen. Interimspräsident Traoré hatte am 1. September 2012 von der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (CEDEAO) Luftunterstützung für die Bombardierung von Stellungen der islamistischen Milizen angefordert. Den Einsatz von Bodentruppen aus anderen Ländern lehnte er damals noch ab und lag damit tendenziell auf der Linie der Putschisten, die die militärische Unterstützung aus anderen Ländern möglichst gering halten wollten. Mittlerweile scheint aber diesbezüglich ein Umdenken statt gefunden zu haben. Am 12. Oktober verabschiedete nämlich der von Mali angerufene Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einstimmig eine Resolution, in der er die Unterstützung für eine afrikanische...[mehr]

Rubrik: Hintergrund/Doku, Landkonflikte & Hungerpolitik, Migration/Weltmarkt für Arbeitskraft , Kriegerische Konflikte, Mali

„Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“

Eine Wanderausstellung zu einem „vergessenen Kapitel der Geschichte“ [mehr]

Rubrik: Kriegerische Konflikte, Rezension

Zentralafrikanische Republik: Bevölkerung bewaffnet sich zum Schutz gegen Lord's Resistance Army

In der 12.000 Einwohner zählenden Stadt Obo, im Süden der Zentralafrikanischen Republik, hat die lokale Bevölkerung vier Selbstverteidigungsmilizen gegen die Lord's Resistance Army (LRA - „Widerstandsarmee des Herrn“) aufgestellt. „Als die Tongo Tongo (Spitzname der LRA, bedeutet soviel wie: die die niemals schlafen) zum ersten mal Obo angriffen, entführten sie unsere Kinder und vergewaltigten unsere Frauen. Es kostete uns 70 Menschenleben, aber wir schworen, dass wir das nie wieder zulassen werden“, sagt Joseph Fele, ein ehemaliger einfacher Bauer und jetzt der Anführer einer Selbstverteidigungsmiliz. Dreimal täglich patrouillieren vier Gruppen in gefährlichen Gebieten und begleiten Zivilist_innen zu Wasserstellen und Kirchen. Die Beteiligung ist freiwillig. Einige der Milizionäre sind noch Teenager, andere bereits über 50. „So unprofessionell und verzweifelt sie auch wirken, sie bilden die letzte Verteidigungslinie in einer Gemeinschaft die um das Überleben kämpft“ (Observer 16.5.2010). Sie erhalten keine öffentliche Unterstützung, jeder Milizionär muss sich selbst mit Lebensmittel versorgen. „Wenn wir von der Regierung unterstützt würden, könnte wir schnell mit der LRA fertig werden“, sagt Fele. Aber die 30...[mehr]

Rubrik: Kriegerische Konflikte, Zentralafrikanische Republik, Zentralafrika