Regionen in Afrika

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Südafrika: Streik in Weltgrößter Platinmine

Nach sechs Wochen Streik wurde am 5.3. in der Platinmine in Rustenburg/Südafrika die Arbeit wieder aufgenommen. Impala Platinum (Implats) hatte auf den Streik mit der Entlassung von 17.000 Arbeitern geantwortet und es kam zu anhaltenden Auseinandersetzungen, bei denen drei Arbeiter starben. Zwei der drei Toten waren laut Presseberichten Streikbrecher, die von den eigenen Kollegen gejagt und erschlagen wurden, der dritte soll einer Polizeikugel zum Opfer gefallen sein. Die Arbeiter hatten ursprünglich gefordert, dass der Streik ohne Beteiligung der Bergarbeitergewerkschaft NUM abläuft. Doch NUM und Implats nahmen am 20.1. hinter dem Rücken der Streikenden Verhandlungen auf. Am 21. 2. forderte Gewerkschaftsführer Zwelinzima Vazi die Arbeiter auf, wieder an die Arbeit zu gehen, nachdem die Gewerkschaft die Wiedereinstellung von rund der Hälfte der Arbeiter raus geschlagen hatte. Am folgenden Tag wurde der Sitzungssaal des Aufsichtsrats abegefackelt. Daraufhin war Implats immerhin bereit, 15.000 Arbeiter wieder einzustellen. Anfang März begann die Wiedereinstellung der entlassenen...[mehr]

Rubrik: Südafrika, Soziale Kämpfe

Swaziland: Polizei tötet demonstrierende Busfahrer

Bei einer Straßenschlacht in der Provinzhauptstadt Manzini erschossen Polizisten am 19.9. zwei Busfahrer. Auslöser der Unruhen war eine Strafe in Höhe von 1.000 US$ für einen Kollegen, der zu viele Passagiere in seinem Bus chauffiert hätte. Die Strafe reiht sich ein in eine ganze Reihe völlig unverhältnismäßiger Bußgelder, mit den die Polizeibeamten ihr schmales Einkommen aufbessern, seitdem die Einkommen der öffentlich Beschäftigten wegen der ökonomischen Krise erheblich gestutzt worden sind. Seit Anfang September kommt es in dem kleinen südafrikanischem Königreich zu Protestaktionen, die immer wieder gewaltsam von der Polizei angegriffen werden. 2,000 Demonstrierende wurden in Siteki mit Tränengas angegriffen, 1,000 protestierten in der südliche gelegenden Stadt Nhlangano. 3,000 Studierende der University of Swaziland (UNISWA) zogen in der Hauptstadt Mbabane aus Protest gegen Kürzungen zum Erziehungministerium und blockierten wichtige Hauptstraßen. Sieben Studierende und zwei Passanten wurden vom Tränengas verletzt. Bereits im April ist es in Swaziland zu schweren Ausschreitungen...[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Urbane Konflikte, Swasiland, Südliches Afrika

Angola: Repression gegen Jugendproteste

Am 3.9. protestierten mehrere hundert junge Leute auf dem Unabhängigkeitsplatz in Angolas Hauptstadt Luanda für mehr Demokratie und den Rücktritt von Präsident Dos Santos unter dem Motto: „32 Jahre Korruption und schlechte Regierung sind genug“. Gegen 13 Uhr versuchte eine Gruppe Demonstrierender die genehmigte Kundgebung zu verlassen und zum Präsidentenpalast zu ziehen. Doch Polizeieinheiten blockierten sofort den Weg und nahmen mehrere Demonstrierende fest, während „unidentifizierbare Zivilisten“ mit Knüppeln bewaffnet die Demo und anwesende JournalistInnen massiv angriffen. Die Kundgebung auf dem Unabhängigkeitsplatz ging derweil weiter. Sie wurde gegen Mitternacht von Polizeieinheiten und eben jenen „unidentifizierbare Zivilisten“ gewaltsam aufgelöst. Insgesamt wurden nach Polizeiangaben mindestens 24 Personen, nach Angaben von Augenzeugen über 40 Personen festgenommen. Bereits am 21.8. hatte die Polizei die Pressekonferenz der OrganisatorInnen der Demo gestürmt gestürmt und fünf Personen kurzfristig festgenommen. Seit 2009 verbiete die Regierung die meisten...[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Urbane Konflikte, Südliches Afrika, Angola

Swaziland: Demonstrationen gegen Mangel an AIDS-Medikamenten

Ende Juli demonstrierten knapp 1.000 Menschen in Siteki (Westliches Swaziland) gegen eine verfehlte Regierungspolitik, die sie für den Mangel an AIDS-Medikamente in dem südafrikanischen Staat verantwortlich machen. Gleichzeitig Demonstrierten mehr als 500 Personen in der Hauptstadt Mbabane aus dem selben Grund. Swaziland, die letzte afrikanische absolute Monarchie, gilt als Staat mit der höchsten AIDS-Rate weltweit. Rund ein Viertel der Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 49 gilt als HIV-Poitiv. english.aljazeera.net 27.07.2011[mehr]

Rubrik: Swasiland, Soziale Kämpfe, Urbane Konflikte, Südliches Afrika

Das Aufbegehren der Slums: Eine Wortmeldung aus Südafrika

Die Umbrüche in Tunesien und Ägypten hätte es ohne die Mitwirkung der Bevölkerung aus den Armenvierteln nicht gegeben. Insofern macht die von linken Intellektuellen geführte Debatte über Leben und Überleben in den Slums der Megacitys auch praktisch Sinn. Was die Hoffnung auf exemplarisch emanzipative Entwicklungen in den Orten, die sich oft genug als immun gegen staatliche Regulierungsversuche erweisen, angeht, darüber gehen die Meinungen oft weit auseinander. Nach M. Davis hat dort – zumindest momentan – Karl Marx die historische Bühne den Religionsgemeinschaften überlassen. S. Zizek hingegen traut den dort lebenden Bewohner_innen nicht weniger zu, als mit ihren „neuen Formen des sozialen Bewusstseins... den Keim der Zukunft“ ausbilden zu können. R. Pithouse, Politologe aus Südafrika, gibt in 'Aufbegehren der Slums' mit der Beschreibung der sozialrevolutionären Basisbewegung 'Abahlali baseMjondolo' ein konkretes Beispiel, wie politisch emanzipative Organisierung in Armenvierteln geleistet werden kann. DAS ARGUMENT 289/2010 © Richard Pithouse Das Aufbegehren der Slums: Eine...[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Urbane Konflikte, Migration Afrika, Diskussion, Südafrika