Regionen in Afrika

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Zambia: Chinesische Manager schießen auf protestierende Bergarbeiter

Am 15.10.2010 eröffneten zwei Manager der Kohlemine Collum in Zambia das Feuer auf mehrere hundert protestierende Bergarbeiter, die für bessere Arbeitsbedingungen demonstrierten. Weil ihre Oktoberlöhne entgegen vorheriger Zusagen nicht erhöht worden waren, wollten sie die Büros der gut 300 Kilometer südlich der Hauptstadt Lusaka gelegen Kohlemine stürmen. 13 Verwundete kamen ins Krankenhaus, zwei davon in kritischem Zustand. Die Manager wurden erst festgenommen und wegen Mordversuchs angeklagt, nachdem die Angehörigen der Bergarbeiter drohten, die Sache selbst in die Hand zu nehmen, sollte die Polizei nicht eingreifen. Zambia besitzt gigantische Vorkommen an Kupfer und anderen Bodenschätzen und ist eines der größten Investitionsziele chinesischer Bergbaufirmen in Afrika. Nach Angaben der sambischen Regierung hat das Reich der Mitte mehr als drei Milliarden Dollar in dem Land investiert. In chinesischem Besitz befinden sich drei Minen, eine Schmelze, die 150 000 Tonnen Kupfer im Jahr verarbeiten kann, mehrere Textilunternehmen und zahllose kleinere Betriebe. Viele chinesische...[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Südliches Afrika

Mosambik: Regierung nimmt geplante Preiserhöhungen nach heftigen Protesten zurück

Aufgrund massiver sozialer Aufstände gegen Preiserhöhungen für Brot, Wasser und Elektrizität beschloss die mosambikanische Regierung auf einer Krisensitzung am 7. September 2010 die Preise durch Erhöhung staatlicher Subventionen stabil zu halten. Die Ankündigung von Preissteigerungen für Brot ab dem 6. September von 17% bis zu 33% (je nach Gewicht) sowie die Aufhebung der staatlichen Zuschüsse für Wasser und Strom ab dem 2. September, was zu Preiserhöhungen von ca. 30% geführt hätte, lösten am Mittwoch, den 1.September die heftigen Proteste aus. Sie begannen in einzelnen Vororten der Hauptstadt Maputo, von wo aus sie auf andere Stadtteile und am Freitag auch auf die 8oo km nördlich gelegene Hauptstadt der größten Provinz, Chimoio, übergriffen. Nachdem es am Wochenende relativ ruhig blieb, flammten die Proteste am Montag, den 6.September, wieder auf. Die kurzfristige und breite Mobilisierung erfolgte vor allem über SMS-Aufrufe („Das Handy ist die Waffe der Armen“). Die DemonstrantInnen errichteten Straßensperren und blockierten u.a. die Zufahrtsstraße zum internationalen Flughafen...[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Urbane Konflikte, Mosambik

Die Grenzen der Befeiung sind nicht unverrückbar

Dieses Mal war der Verlag Assoziation A wesentlich schneller als der Autor dieser Rezension. Rechtzeitig zwei Monate vor der Weltmeisterschaft gab er einen Sammelband zu Südafrika – Die Grenzen der Befreiung raus und nutzte so den allgemeinen Hype, der bei solchen Groß-Events fast automatisch alle Blicke auf das Gastgeberland zieht. Mittlerweile ist Spanien Weltmeister und die Medienkarawane hat Südafrika wieder verlassen. Das meiste, was uns als Hintergrundberichterstattung angeboten wurde, wussten wir schon irgendwie. Das hier angesprochene Buch verlässt den Mainstream und spricht Fragen an, die auch für soziale Bewegungen in Europa von grundsätzlicher Bedeutung sind. Insofern lässt der Rezensent bei dieser Besprechung guten Gewissens jeglichen Aktualitätszwang hinter sich. Denn Südafrika – Die Grenzen der Befreiung ist ein Buch über den Hype hinaus und verlangt, abseits von nervigen und meist schlechten Fußballspielen in Ruhe gelesen zu werden. Wie im Untertitel schon anklingt, zieht der Sammelband mit Beiträgen verschiedenster Autoren eine Bilanz über die Entwicklung des...[mehr]

Rubrik: Rezension, Soziale Kämpfe, Südliches Afrika, Südafrika

Botswana: ethnische Säuberung in der "Musterdemokratie"

Mitte Juli verfügte ein Gericht in Botswana, dass die San (Buschmänner), die im Central Kalahari Game Reservat (CKGR) leben, von ihrer Wasserversorgung abgeschnitten werden. Laut dem Urteil dürfen sie weder einen bestehenden Brunnen in der Nähe ihrer Siedlung nutzen, noch Bohrlöcher graben. Nicht einmal einen alten Brunnen, den die Regierung selbst angelegt hatte, dürfen sie noch benutzen. Das Gericht verweigert den ursprünglichen Bewohnern des Parks damit den für sie nächsten Zugang zu Wasser. Mehrere hundert Männer, Frauen und Kinder müssen nun zum Teil tagelang laufen, um in der Wüste des Kalahari-Parks Wasser zu finden. Doch auch von außerhalb des Parks könnten sie nicht so einfach Wasser holen, da Parkwächter sie daran hindern, mit Eselskarren in den Park zu fahren, weil im Park keine domestizierten Tiere erlaubt sind. "Wie sollen wir ohne Wasser überleben?", fragt Jumanda Gakelebone, der Sprecher der San. Er kündigte an, dass sie gegen das Urteil Berufung einlegen werden. Die Nichtregierungsorganisation Survival International bezeichnet den Umgang der...[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Landkonflikte & Hungerpolitik, Südliches Afrika, Botswana

Südafrika: Streik der Transportarbeiter_innen erfolgreich beendet

Am 27. Mai endete der Streik südafrikanischer Transportarbeiter_innen, der Häfen und Zugverkehr weitgehend lahmgelegt hatte (izindaba berichtete). Die meisten Arbeitnehmer stimmte dem Angebot der staatlichen Transportgesellschaft Transnet zu, den Lohn um 11 Prozent zu erhöhen sowie einmalig 1 Prozent auf den Jahreslohn zu zahlen. Die Arbeiter_innen hatten ursprünglich 15 Prozent gefordert. Der Ausstand verursachte wirtschaftliche Schäden von umgerechnet etwa 7 Milliarden Euro. Quelle: taz 29. 05. 2010 [mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Südliches Afrika, Südafrika