Regionen in Afrika

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Sudan: Tagelange Proteste nach der Ermordung von vier Studierenden

Nachdem in der Nähe der Universität zu Gezira die Leichen von vier Studierenden aufgefunden wurden, kam es mehrere Tage lang zu Studierendenprotesten in der sudanesischen Hauptstadt Khartoum sowie weiteren Städten. Mehrere hundert Demonstrierende riefen „Das Volk will das Ende des Regimes“ und „Revolution, Revolution bis zum Sieg“. Polizeifahrzeuge wurden mit Steinen beworfen. Die Polizei setzte Tränengas und Schlagstöcke ein. Die Universität wurde geschlossen. Die tot aufgefundenen Studenten aus der aufständischen Provinz Darfur waren TeilnehmerInnen eines Sit-ins für die Abschaffung der Studiengebühren, die ihnen durch den Darfurer Friedensvertrag 2011 zugesichert wurde. Der Sit-in wurde von Unterstützern der regierenden National Congress Party angegriffen und aufgelöst, mehrere Studierende verschwanden. Darunter auch die vier später tot aufgefundenen. chicago tribune 8.12.2012, 9.12.2012; stimme russlands 9.12.2012; npr.org 10.12.2012,[mehr]

Rubrik: Urbane Konflikte, Soziale Kämpfe, Sudan

Kenia: Streiks im Hafen vom Mombasa

In Kenias größtem Hafen Mombasa haben Hafenarbeiter einen zweitägigen Streik beendet. Die nicht festangestellten Männer hatten feste Arbeitsverträge gefordert. Das Hafenmanagement habe jetzt entsprechende Verträge verschickt, hiess es. Der Streik hatte den Handel im Hafen nahezu lahmgelegt. Ein Gewerkschafter betonte noch vor dem Ende des Streiks, dass man so lange ausharren werde, bis die 1000 Arbeitverträge verschickt seien, bis dahin werde die Arbeit ruhen. Auch ein weiterer Streik, der den Fährverkehr im Hafen lahmlegte, wurde beendet, nachdem Streikende und Hafenmanagement sich auf einen Zeitplan zur Lösung ihrer Unstimmigkeiten verständigt hatten. Der Hafen von Mombasa ist das Tor zum Handel mit Ostafrika. Über ihn wird etwa Treibstoff nach Ganda, Ruanda, Burundi, den Süd-Sudan oder Somalia verschifft. Quelle: euronews 2.11.2012[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Kenia

Sudan: Proteste auf den Dörfern gegen mangelhafte Versorgung mit Wasser und Strom

DorfbewohnerInnen der Provinz Al-Jazeera protestierten Ende Oktober/ Anfang November tagelang gegen Einschränkungen der Wasserversorgung und unzuverlässige Stromversorgung. Den Anfang machten am 31. Oktober die EinwohnerInnen des Dorfes Wad Al Harad, die den Highway zwischen der Provinzhauptstadt Madani und Khartum mit brennenden Autoreifen blockierten. Bei der Räumung der Straße setzte die Polizei Tränengas ein, die Blockierenden antworteten mit Steinwürfen. 17 Demonstrierende und vier Polizisten wurden verletzt, 15 Personen festgenommen. Die Proteste weiteten sich in den folgenden Tagen auf weitere Dörfer in de Umgebung aus. Quelle: Sudan Tribune 2.11.2012[mehr]

Rubrik: Landkonflikte & Hungerpolitik, Sudan

Sudan: Studierende protestieren in der Provinz

Wie Radio Tamazuj berichtet, protestierten Mitte Oktober Studierende der Universität von Western Kordofan in der Universitätsstadt An Nahud gegen Stromausfälle, den Abbau öffentlicher Dienstleistungen und die hohen Lebenshaltungskosten. Anlass für die Massendemonstration war ein Stromausfall in der gesamten Stadt über neun Tage. Lediglich der Gouveneur, der Emir und der Chef des Sicherheitsdienstes hatten Strom. Die Polizei griff die Demonstration mit Schlagstöcken und Tränengas an, auch sollen Schüsse gefallen sein. Mehrere Studierende wurden im Krankenhaus behandelt. Die Universität wurde von den Behörden geschlossen. Weitere Einzelheiten waren nicht zu erfahren. Rdio Tamazuj 15.10.2012[mehr]

Rubrik: Urbane Konflikte, Sudan

Ralph Klein: Moderne Piraterie - Die Piraten vor Somalia und ihre frühen afrikanischen Brüder

„Der indische Ozean war niemals einfach nur ein leerer Raum mit sehr viel Wasser, in dem gelegentlich mal ein Fisch vorbeischwimmt“ (S. 7). Ralph Klein begreift den Ozean als Raum des sozialen, kulturellen und ökonomischen Austauschs mit einer Vielzahl legaler und illegaler Ökonomien, von denen die somalische Piraterie nur eine ist: Für die Reeder sei das Meer eine Wasserstraße, für die Matrosen auf den Schiffen sei es bedeutungslos, für die Fischer Subsistenzgrundlage, für die Festlandbewohner_innen ein Raum der Projektionen und Sehnsüchte, für Piraten Gefahr und Chance und für den Wind „Genosse, Spielgefährte und Verbündeter“ (S. 9). Nur für die Marinesoldaten und Kriegsschiffe sei das Meer ein leerer Raum, der in seiner Leere viel zu viel Verstecke bietet und deswegen möglichst perfekt überwacht werden müsse. Ausgangspunkt von Kleins Erzählung ist die Europäische Kolonialisation, die den Ozean in eine geostrategische Arena militärischer und ökonomischer Kämpfe verwandelt habe. Dabei ist Erzählung wahrscheinlich das falsche Wort, weil der Historiker Klein viele Geschichte von...[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Rezension, Somalia