Regionen in Afrika

Wähle hier die Archivtexte aus der gewünschten subsaharischen Region:

 

Uganda: Frauenprotest im BH

Mit einer ungewöhnlichen Aktion demonstrierten am 23. April ein Dutzend Frauen in Kampala gegen den sexuellen Übergriff eines Polizisten gegenüber Ingrid Turinawe, einer hochrangigen Funktionärin des oppositionellen ' Forums für den demokratischen Wandel'. Diese war während einer Kundgebung der Opposition drei Tage zuvor bei einem Festnahmeversuch von dem Polizisten an die Brüste gefasst worden. Fernsehbilder von diesem Vorfall sorgten landesweit für Empörung. So zogen die Frauen, oben nur mit einem BH bekleidet, Richtung Polizeihauptwache der ugandischen Hauptstadt, um mit plakatierten Sprüchen wie Wie würdet ihr euch fühlen, wenn man euch die Eier quetschen würde ihre Meinung zu dem Verhalten der Staatsgewalt kund zu tun. „Wir wollten zeigen, dass wir dieses Verhalten nicht tolerieren“, erklärte eine der Demonstrationsteilnehmerinnen der Presse. Am 24. April gab das ugandische Innenministerium die vorübergehende Suspendierung des für den Übergriff verantwortlichen Polizisten bekannt....[mehr]

Rubrik: Ostafrika

Hamburger "Piratenprozess": Drei Angeklagte aus Haft entlassen

Drei mutmaßliche Piraten sind am Freitag den 13. April überraschend in Hamburg aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Das Gericht hat die Haftbefehle gegen die Jugendlichen und Heranwachsenden aufgehoben, weil die Verhältnismäßigkeit nach fast zwei Jahren U-Haft nicht mehr gegeben sei, sagte ein Verteidiger. Die drei Somalier sollen in einer Jugendeinrichtung untergebracht werden. Seit November 2010 wird insgesamt zehn mutmaßlichen somalischen Piraten in Hamburg wegen erpresserischen Menschenraubs und Gefährdung des Seeverkehrs der Prozess gemacht. Sie sollen im April 2010 den Hamburger Frachter Taipan vor der somalischen Küste gekapert haben. SZ 14.4.2012[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Somalia

Somaliland: Proteste gegen Gentrification - ein Toter

Am 6. März kam es in der Hauptstadt von Somaliland, Hargeisa, zu Zusammenstößen zwischen KleinhändlerInnen und der Polizei. Laut der Nachrichtenagentur Irin starb mindestens eine Person, mehrere wurden verletzt. Zu den Zusammenstößen kam es, nachdem rund 5.000 HändlerInnen ihre einzige Einkommensquelle in der Stadt verloren haten, weil die Behörden ihre Stände zerstört hatten, um die City schöner zu machen. „Es ist nötig, dass Somaliland wie ein angenehmes Land aussieht. Und unser Kapital ist eine schöne Hauptstadt“, begründet der Bürgermeister die Räumungen. Die wachsende EinwohnerInnenzahl der Stadt sowie der zunehmende Autoverkehr hätten die Maßnahmen unumgänglich gemacht. Entschädigungen oder andere Gebiete, wo die HändlerInnen ihre Stände wieder aufbauen könnten, wurde ihnen nicht angeboten. Irin 26.3.2012 Somaliland Report 7.3.2012[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Somalia

Kenia: Streik im Gesundheitswesen

Am 1. März trat das nichtärztliche Krankenhauspersonal Kenias in den Streik: Schwestern, Pfleger, Laborassistenten, Physiotherapeuten und Apothekenmitarbeiter verließen ihre Arbeitsplätze aus Protest gegen die desaströsen Zustände im staatlichen Gesundheitswesen. Personalknappheit, Unterbezahlung und schlechte Ausstattung summieren sich vielerorts zu unhaltbaren Zuständen, gegen die sich nun eine breite Protestfront gebildet hat. Wie berichtet wurde, fehlt es in manchen Kliniken allein schon an Schutzhandschuhen für die Schwestern in den Geburtsabteilungen, was das Infektionsrisiko für Mütter, Kinder und Beschäftigte drastisch erhöht. Die Verhandlungen zwischen Gewerkschaftsvertretern und Abgesandten des Gesundheitsministeriums endeten zunächst in einer Art Kompromiss. Die meisten ArbeiterInnen sahen aber ihre Kernforderungen als nicht erfüllt an. Die Masse der Streikenden weigerte sich deswegen, die Tätigkeit wieder aufzunehmen. Daraufhin feuerte die Regierung alle 25.000 Streikenden zu. Zwar konnte die Regierung diese Massenentlassungen nicht durchsetzen. Aber durch die...[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Kenia

Somalia: Rekordeinnahmen für Piraten

Mit bisher erzielten Lösegeldeinnahmen von 135 Millionen Dollar wird das Jahr 2011 für die am Horn von Afrika operierenden Piratenverbände ein Rekordergebnis aufweisen. Wie der Konteradmiral und stellvertretende Leiter der Atalanta Mission, Christian Canova, in einem Interview mit der Internetseite Bruxelles2 vom 07.12.2011 erklärte, sei zwar die Zahl der gekaperten Schiffe deutlich gesunken. So hätten sich am Ende des letzten Jahres noch dreißig Schiffe in der Gewalt der Piraten befunden, während das zur Zeit für nur acht Frachter gelte. Gleichzeitig konnten aber auch die 80 Millionen Dollar Einnahmen von 2010 mit dem Rekordergebnis von 2011 deutlich erhöht werden. Dabei ginge es den Piraten insbesondere um das pro Schiff zu erzielende Lösegeld. Dieses sei bei einem Durchschnitt von 600 000 Dollar pro Boot im Jahre 2007 auf 4,6 Millionen in diesem Jahr angestiegen. Die letzten Male sind sogar Summen von sechs Millionen Dollar gezahlt worden. ...[mehr]

Rubrik: Imperialistische Ausbeutung & Entwicklung, Ostafrika, Somalia