Regionen in Afrika

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Togo: Generalstreik gegen Preiserhöhungen

Am Freitag, dem 2. Juli 2010, fand in Togo ein Generalstreik gegen Preiserhöhungen statt, der trotz des Rückzugs der Gewerkschaftsführungen massiv befolgt wurde. Um gegen die Erhöhungen der Preise von Ölprodukten um etwa 15% zu protestieren, hatte sich ein Bündnis von Gewerkschaften und der VerbraucherInnen-Vereinigung Togos (ATC) am 25. Juni auf einen Aufruf zu einem 24-stündigen Generalstreik geeinigt. Vorangegangen waren militante Protestaktionen von Taxifahrern und anderen im Transportgewerbe Tätigen. Die Erhöhung von Transportkosten zieht automatisch eine Preiserhöhung für alle Güter des täglichen Bedarfs nach sich und außerdem existiert in Togo kein öffentlicher Personentransport, so dass die Benzinpreiserhöhungen jedeN direkt treffen; in Togo müssen 60% der Bevölkerung mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen. Die Gewerkschaftsführungen ließen sich jedoch wenige Stunden vor Beginn des geplanten Generalstreiks auf ein Manöver der Regierung ein, die eine geringe Preissenkung für Ölprodukte bekannt gab. Das Regime hoffte damit der Streikbewegung die Spitze zu brechen....[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Togo, Urbane Konflikte

Togo: Demonstrations-Marathon gegen de-facto-Diktatur

Unbeachtet von der sogenannten Weltöffentlichkeit demonstrieren seit fast drei Monaten jeden Samstag bis zu dreihunderttausend Menschen in den Straßen Lomés gegen die „gestohlenen Präsidentschaftswahlen“ vom 4. März 2010. 50 Jahre nach formellen Unabhängigkeit Togos am 27. April 1960 hoffen viele Menschen in Togo, den das Land seit 43 Jahren beherrschenden Eyadéma (Gnassingbé) - Clan von der Macht zu vertreiben. Mit Ausnahme der Profiteure und Günstlinge des Regimes ist heute die übergroße Mehrheit der togoischen Bevölkerung quer durch alle Schichten für eine Entmachtung des herrschenden Regimes und verspricht sich von einer Öffnung der Gesellschaft mehr Chancengerechtigkeit. Die Oppositionsparteien glaubten, durch die diesjährigen Präsidentschaftswahlen den lange ersehnten Machtwechsel herbeiführen zu können. In der Bevölkerung herrschte aufgrund der Erfahrungen mit manipulierten Wahlen in der Vergangenheit eher Skepsis vor. Und wie zu erwarten war, wurde der Vertreter des Regimes, Faure Gnassingbé, zum Sieger erklärt. Doch die Opposition, die sich zu dem Bündnis FRAC¹...[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Westafrika, Togo

Côte d'Ivoire: Transportarbeiter streiken erfolgreich für preiswerteres Benzin

Durch einen einwöchigen Streik der Berufskraftfahrer in Cote d'Ivoire, sah sich die Regierung gezwungen, Mitte April den Preis für Treibstoff herunter zu setzen. „Sprit ist zu teuer, das Leben ist zu teuer, es ist schwierig, genug zu Essen zu bekommen“, begründete der Kraftfahrer Dao Silibe den Streik. Während des Streiks fuhren weitgehend weder Taxis noch Busse. Auch der LKW-Verkehr machte nur einen Bruchteil des üblichen aus. Dadurch war besonders der Export von Kakao gefährdet, einem der wichtigsten Exportgüter des Landes. Die Kakao-Bohnen konnten nicht mehr von den Plantagen zu den Häfen gebracht werden. Auch die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmittel wurde in Mitleidenschaft gezogen, die Lebensmittelpreise zogen beträchtlich an. „Ich hab keine Chillis, Möhren, Tomaten und auch keine Auberginen mehr“, klagte Beatrice Kouakou, eine Lebensmittelhändlerin. Nachdem Tränengaseinsätze der Polizei in den beiden größten Hafenstädten Abidjan und San Pedro die Streikenden nicht zum Aufgeben gebracht hatte, setzte die Regierung den Preis für Treibstoff herunter. Danach...[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Westafrika, Côte d' Ivoire

Food Riots sind keine „chaotischen Gewaltausbrüche“

Die Zukunft verheißt nichts Gutes. Experten rechnen mit einer Verdopplung der Zahl der chronisch hungernden Menschen bis zum Jahr 2030.1 Das Scheitern des Klimagipfels in Kopenhagen im Dezember 2009 und das kaum überraschende Beharren auf den bisherigen Positionen der Landwirtschafts- und Ernährungspolitik seitens der führenden Industrieländer lassen            vermuten, dass die Zuspitzung der Welternährungskrise noch dramatischer verlaufen wird als bisher eingestanden – ein Trend, der Erinnerungen an die Hungerrevolten der jüngsten Zeit wach ruft. In den Jahren 2007/2008 wurde über „Food Riots“ in 39 Ländern berichtet. Zeitliche Dichte und globale Verbreitung dieser Ereignisse waren beispiellos und weckten auf unsanfte Weise entsprechende Sicherheitsbedenken in den Zentren der Macht. Da die Wiederkehr von Hungerrevolten nur eine Frage der Zeit ist, macht es Sinn, sich mit diesem Thema auch dann zu beschäftigen, wenn es nicht unmittelbar die Schlagzeilen der Weltpresse beherrscht. Die Sorgen der Eliten  „Wenn...[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Urbane Konflikte, Kamerun, Burkina Faso, Marokko, Hintergrund/Doku

Niederlande/Côte d' Ivoire: Stadt Amsterdam für Giftmüllverklappung juristisch verantwortlich

Nach einem vom höchsten Gericht der Niederlande am 10. März veröffentlichten Urteil muss die Stadt Amsterdam die rechtliche Verantwortung für die 2006 in Auftrag gegebene Versendung von Giftmüll nach Abidjan übernehmen. Nachdem vorherige Gerichtsentscheidungen jegliche Schuld der Stadt in dieser Sache verneint hatten, wies der oberste Gerichtshof das zuständige Bezirksgericht an, im Sinne dieses Grundsatzurteils das Verfahren neu aufzurollen. Im Jahre 2006 hatten Angestellte der Stadt Amsterdam die schweizerische Firma Trafigura beauftragt, 500 Kubikmeter hoch toxischer Abfälle zu entsorgen. Anfangs war versucht worden, den Müll von einer in Amsterdam ansässigen Firma bearbeiten zu lassen. Weil sich dies aber als zu teuer erwies, schickte Trafigura, ansonsten hauptsächlich maritimer Transporteur von Erdöl, mit dem Schiff 'Probo Koala' den ganzen Scheiß einfach nach Côte d' Ivoire. Dort wurde die Ladung einer im Lande beheimateten Firma zur Entsorgung verkauft, ohne sich über deren Möglichkeiten zur Abfallaufbereitung informiert zu haben. Im August 2006 stieß dann die am Rande der...[mehr]

Rubrik: Westafrika, Côte d' Ivoire