Regionen in Afrika

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Togo: Warnstreik der Arbeiter_innen in der Zementproduktion

Seit dem 29.10.2014 streiken die Arbeiter_innen bei der togoischen Zementfirma CIMTOGO. Die Arbeitsniederlegung ist zunächst für drei Tage vorgesehen. Zuvor waren mehrere ihrer an die Firmenleitung gerichteten Beschwerdebriefe unbeantwortet geblieben. Nun fordern die Streikenden direkte Gespräche mit den Verantwortlichen. „Wir arbeiten wie Elefanten, aber wir essen wie Ameisen. Verstehen Sie, ich will sagen, dass unser Lohn nicht ausreicht wie wie Menschen zu leben. Außerdem sind die unsere Arbeitsbedingungen erbärmlich,“ erklärt ein aufgebrachter Arbeiter. Die Firmenleitung sorge nicht für genügend Schutzmaßnahmen gegen den giftigen Zementstaub, dem sie bei der Arbeit ständig ausgesetzt sind. Zement ist zusammen mit Klinker das wichtigste Exportprodukt Togos. Africatime 30.10.2014[mehr]

Rubrik: Togo, Soziale Kämpfe

Doppelrezension zu Mali

Georg Klute: Tuareg-Aufstand in der Wüste. Ein Beitrag zur Anthropologie der Gewalt und des Krieges In seiner Monographie „Tuareg-Aufstand in der Wüste“ analysiert der Bayreuther Ethnologe Georg Klute Ursachen, Ziele, Strukturen, Abläufe und Erscheinungsformen der Tuareg-Revolte im Norden Malis Anfang der 1990er Jahre. Indem er aus der „dichten Beschreibung“ seiner empirischen Beobachtungen theoretische Schlussfolgerungen zieht, versucht er einerseits einen „Beitrag zur geschichtlichen Aufarbeitung der Tuareg-Rebellionen“ und andererseits einen „Beitrag zur Ethnologie und Soziologie des Krieges“ zu leisten. Nach einer Einleitung, in der neben methodischen und formalen Anmerkungen eine politische Anthropologie der Tuareg-Revolte 1990-1994 überblicksartig dargestellt wird, folgen vier sehr ausführliche Schwerpunkte: „Poesie der Revolte“ - über die Musik der Tuareg, Exil, „Krieg in der Wüste“ - über den eigentlichen militärischen Aufstand 1990-1996, Herrschaft im Adagh1: neue Formen politischer Herrschaft. Politische Anthropologie der Tuareg Revolte 1990-1996 Die...[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Landkonflikte & Hungerpolitik, Rezension, Mali

Liberia: Widerstand gegen Seuchenpolitik

In West Point, dem größten Slum der liberianischen Hauptstadt Monrovia, sind am 20. August gewaltsame Proteste ausgebrochen, nachdem die Regierung das gesamte Viertel unter Quarantäne gestellt hatte. Aufgebrachte junge Männer sollen Steine nach den Einsatzkräften geworfen haben und auf Stacheldraht-Barrikaden geklettert sein. Einigen soll die Flucht aus dem Ghetto geglückt sein. Soldaten fuhren daraufhin durch die Nachbarschaft und brachten die Bewohner des Viertels zurück. Neben Tränengas sollen auch Schusswaffen eingesetzt worden sein, von mehreren Verletzten wird berichtet. In West Point leben etwa 75.000 Menschen. Außer Regierungsangestellte, Armeemitglieder und Mitglieder von internationalen Hilfsorganisationen darf niemand das abgeriegelte Gelände verlassen. Damit ist der Gelderwerb für viele Bewohner unmöglich, zugleich steigen die Preise für Nahrungsmittel und anderes, das Trinkwasser wird knapp. Die Einwohner_innen kritisieren vor allem, dass sie vor der Verhängung der Quarantäne nicht informiert worden seien und fürchten um die Lebensmittelversorgung im Viertel....[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Urbane Konflikte, Liberia

"Die Schmerzgrenze ist noch nicht erreicht"

Im Folgenden dokumentieren wir ein Interview zu Boko Haram/Nigeria aus der Jungle World vom 15.Mai 2014. Heinrich Bergstresser ist Autor des Buches »Nigeria. Macht und Ohnmacht am Golf von Guinea« und hat unter anderem als Redakteur der Deutschen Welle viele Jahre über Nigeria berichtet. Im Gespräch mit der Jungle World erklärt er die extremen Gegensätze zwischen dem Norden und dem Süden des Landes. [mehr]

Rubrik: Hintergrund/Doku, Nigeria

Benin: Generalstreik im öffentlichen Dienst nach über drei Monaten beendet

Eine Erhöhung des Mindestlohns von etwas über 8.000 FCFA auf genau 40.000 FCFA (= 61 Euro) im Monat – das ist das erste Ergebnis des über drei Monate andauernden Generalstreiks in Benin. Begonnen hatte der Ausstand von einer Streikallianz der Gewerkschaftsverbände des öffentlichen Dienstes am 07.Januar 2014. Wichtig für die Durchschlagskraft der war die Beteiligung der Gewerkschaften der Lehrkräfte an Schulen und Universitäten sowie der im staatlichen Gesundheitssektor Beschäftigten zwei Wochen nach Streikbeginn. Die ursprüngliche Zielsetzung war eine Erhöhung des Mindestlohns auf 60.000 FCFA, aber auch die Durchsetzung politischer Forderungen, vor allem uneingeschränkte Demonstrationsfreiheit und Rücktritt der Verantwortlichen für einen Überfall der Polizei auf Gewerkschaftsdemonstrationen Ende letzten Jahres. Nachdem die Regierung Benins einer Erhöhung des Mindestlohns auf 40.000 FCFA zustimmte, gab eine Mehrheit von vier der beteiligten Gewerkschaften nach diesem Teilerfolg am 21. April das Ende des Streiks bekannt. Die übrigen Gewerkschaftsverbände kritisierten den...[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Urbane Konflikte, Benin