Regionen in Afrika

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Sierra Leone: Widerstand gegen Landgrabbing

Am 8. Dezember verhaftete die Polizei im Landkreis Malen (Pujehun District) KleinbäuerInnen, die sich weigern, ihr Land an die europäische Socfin Agricultural Company zu verkaufen. Am nächsten Tag kam es zu einer größeren Demonstration dagegen vor der Lokalverwaltung in der Kreisstadt Sahn. Die Polizei eröffnete das Feuer auf die Demonstrierenden und verhaftete fast 60 Personen. Dutzende Demonstrierende wurden verletzt, drei davon schwer. Nachdem die Polizei anfangs behauptete, nur in die Luft geschossen zu haben, rechtfertigte sie sich später, dass die Demonstrierenden mit Gewehren und Macheten bewaffnet gewesen wären und versucht hätten, eine Polizeiwache nieder zu brennen. „Wir setzten zunächst nur Tränengas ein, aber dann brauchten wir Schusswaffen, um die Leute auseinander zu treiben,“ zitiert Reuters den Police Inspector General Francis Munu. 32 Personen sind Mitte Januar noch im Gefängnis, die Freilassung auf Kaution wurde vom Gericht abgelehnt. Es ist nicht das erste mal, dass die Polizei massiv gegen Anti-Socfin-Proteste vorgeht. Bereits im Oktober 2011 wurden 31...[mehr]

Rubrik: Landkonflikte & Hungerpolitik, Soziale Kämpfe, Sierra Leone

Niger: Gewaltsame Schülerdemonstrationen in Niamey

Niamey (AFP) - 19.11.2013 07.02 Uhr„Hunderte von nigrischen Gymnasiast_innen demonstrierten am Dienstag in Niamey gewaltsam für die Forderung nach "besseren Studienbedingungen" , wobei sie Steine ​​auf die Polizisten warfen, die ihrerseits mit Tränengas reagierten.Mit Rufen wie "Lang lebe die USN " ( die Vereinigung der nigrischen Schüler) und " Der Kampf geht weiter " verbrannten kleine Gruppen von Demonstrant_innen, bewaffnet mit Steinschleudern und Stöcken, Reifen und errichteten in der Hauptstadt Barrikaden aus Steinblöcken.Die Zusammenstöße zwischen den Demonstrant_innen, die Steine ​​warfen, und den Polizisten, die mit dem Abschuss von Tränengas reagierten, brachen am Stadtrand von Niamey aus. "Wir fordern bessere Studienbedingungen. In manchen Einrichtungen sind mehr als 140 Schüler_innen in einer Klasse eingepfercht. Einige unserer Kameraden lernen auf dem Boden, unter Bäumen und in Strohhütten", kritisierte Anas Djibril , Generalsekretär des USN .“© 2013 AFP ...[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Niger

England/Westafrika: Piraten, die eigentlich keine sind

Die somalischen Piraten stellen anscheinend nicht mehr die größte Gefahr für die Geschäfte der großen Reedereien dar. Nach dem am 18.06.2013 vom Londoner International Maritime Bureau herausgegebenen Jahresbericht kamen in Folge von Seepiraterie in 2012 vor Somalia 850 Seeleute 'zu Schaden', während sich im Golf von Guinea vor Nigeria knapp 1000 Personen mit Piratenangriffen konfrontiert sahen. Am Horn von Afrika seien aufgrund des massiven Einsatzes von Kriegsschiffen und bewaffnetem Sicherheitspersonal an Bord 80 Prozent weniger Seeleute von den Angriffen betroffen gewesen als im Jahr zuvor. Im Golf von Guinea wurden im letzten Jahr von 43 Schiffen Übergriffe gemeldet. Fachleute gehen allerdings davon aus, dass es mittlerweile pro Tag zu einer versuchten Enterung kommt, was aber zur Vermeidung steigender Versicherungsbeiträge meist nicht öffentlich gemacht wird. Die Piraten vor Westafrika haben es auf Rohöl und Benzin abgesehen und attackieren deshalb insbesondere vor Anker liegende Schiffe und Tanker. Die sich nur über einige Tage hinziehenden Geiselnahmen der Besatzung...[mehr]

Rubrik: Imperialistische Ausbeutung & Entwicklung, Westafrika, Nigeria, Benin, Togo

Mauretanien: Aufruhr der Tagelöhner von Zouérat

Am Morgen des 25.05.2013 zogen die Tagelöhner aus den Eisenerzminen von Zouérat, der Hauptstadt der im Norden Mauretaniens gelegenen Provinz Tiris Zemmour, erst zum Verwaltungssitz des Gouverneurs, um für die Verbesserung ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen zu protestieren. Nachdem der Demonstrationszug dabei von Spezialeinheiten der Polizei gewaltsam aufgelöst worden war, sammelten sich die schon seit dem 22. Mai streikenden Arbeiter erneut, um, aufgebracht über die Polizeiaktion, nochmals bis zum Verwaltungssitz des Gouverneurs vorzudringen. Dort plünderten sie die Eingangshalle und setzten sie in Brand. Da die Polizei sich nicht mehr traute, die Demonstrant_innen anzugreifen, verwüsteten diese anschließend die lokale Sendeanstalt des mauretanischen Rundfunks und setzten das Gebäude eines für die miserablen Arbeitsbedingungen mit verantwortlichen Subunternehmens in Brand. Obwohl hinzugezogene Armeeeinheiten kurzfristig die 'Ruhe' wieder herstellen konnten, sah sich das mauretanische Regime aufgrund der massiven Proteste dennoch gezwungen, am nächsten Tag mit den Aufständischen...[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Imperialistische Ausbeutung & Entwicklung, Westafrika

Helmut Dietrich: Nord-Mali / Azawad im Kontext der Arabellion

Da es unser Interesse ist, widerständige Prozesse von Unten zu dokumentieren, über die für gewöhnlich in den Mainstream-Medien nicht berichtet wird, ließ uns der Text Nord-Mali/Azawad im Kontext der Arabellion von Helmut Dietrich aufhorchen. Jugendliche aus den Vororten nordmalischer Städte protestierten demnach ab Mitte 2010 gegen ihre desolate soziale Lage und bezogen sich dabei auf die Arabellion in Nordafrika. Dabei versucht der Autor, einen Zusammenhang zwischen ihrem Widerstand und der Dynamik, die schließlich zur Ausrufung eines unabhängigen Azawad am 06. April 2012 führte, herzustellen. Der Text wirft jedoch auch bei geneigten Leser_innen einige Fragen auf. Aus diesem Grund veröffentlichen wir im Anschluss an den Text die von no-lager Bremen formulierten kritischen Anmerkungen. izindaba [mehr]

Rubrik: Diskussion, Mali, Nordafrika, Westafrika