Regionen in Afrika

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Guinea-Bissau: Transportarbeiter im Streik

Um gegen Schutzgeldzahlungen an die Polizei und behördliche Schikanen zu protestieren, traten die in der nationalen Gewerkschaft der Transportarbeiter organisierten Bus- und Taxifahrer_innen am 13.12.2011 in einen auf drei Tage befristeten Streik. Nach AFP-Meldung sammelten sich an den Haltepunkten in der Hauptstadt Bissau zahlreiche Taxis und Busse, während sich viele Leute, beobachtet von polizeilichen Sondereinsatzkräften, zu Fuß an ihren Arbeitsplatz begaben. Auch in anderen Regionen Guinea-Bissaus standen die Transportmittel nicht zur Verfügung, da der Streikaufruf landesweit befolgt wurde. Braima Sané, Präsident der gut vier tausend Mitglieder zählenden Gewerkschaft, erklärte dazu: „Wir bezahlen regelmäßig alle Abgaben, aber das schützt uns nicht vor erzwungenen Schutzgeldzahlungen an die Polizei. Wir haben mit den Behörden vergeblich nach einem Kompromiss gesucht, um Probleme in dem Bereich in den Griff zu kriegen – aber dieses Mal sind wir entschlossen, weit zu gehen. Wenn wir verhandeln müssen, dann nur mit einem hoch stehenden Mitglied der Regierung, zum Beispiel dem...[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Guinea-Bissau

Nigeria: Shell to hell

In einer von der UNO am 04.08 2011 herausgegebenen Studie wird detailliert wie nie zuvor das durch die Ölindustrie hervorgerufene ökologische Desaster in der Ogoni-Region des Nigerdeltas beschrieben. Der Bericht, der auf einer vierzehn Monate langen und an 200 Orten durchgeführten Untersuchung basiert, hält fest, dass eine Wiederherstellung des Ökosystems mit seinen Mangrovenwäldern und dem Labyrinth von Bächen und Sümpfen 25 bis 30 Jahre beanspruchen und gut eine Milliarde Dollar kosten würde. Die Umweltzerstörung durch die seit fünfzig Jahren existierende Ölindustrie ist weitaus schlimmer als bisher angenommen. In mindestens zehn Gemeinden ist das Trinkwasser mit Kohlenwasserstoff kontaminiert und in einem Dorf sind die Menschen sogar auf Brunnenwasser angewiesen, das eine das 900-Fache des zulässigen internationalen Grenzwert übersteigende Benzolverseuchung aufweist. Zerstörte Fischgründe und verschmutzte Böden reduzieren die Verdienst- und Subsistenzmöglichkeiten der ansässigen Bevölkerung drastisch. Die Shell Petroleum Development Company (SPDC) gilt in der vom...[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Imperialistische Ausbeutung & Entwicklung, Nigeria

" ... die Bevölkerung hat die Legitimität unserer Handlung verstanden"

Interview mit dem Gewerkschaftsvorsitzenden der im Gesundheitswesen Beschäftigten in Togo zum Hintergrund ihrer erfolgreichen Streik-Aktionen im Juni, über die wir mit Nachricht vom 6.7.2011 kurz berichteten. 1. Kannst du dich und eure Organisation kurz vorstellen? Mein Name ist David Ekoué Dosseh, ich bin Professor für allgemeine Chirurgie und praktizierender Chirurg am CHU1 Tokoin in Lomé.Daneben bin ich Vorsitzender der SYNPHOT, Nationale Gewerkschaft der togoischen Krankenhausärzte; anfänglich für die Ärzt_innen gegründet hat sich unsere Gewerkschaft dahin weiter entwickelt, alle Gesundheitsarbeiter_innen aufzunehmen. 2. Was sind die Zielsetzungen eurer Gewerkschaft? Unsere Gewerkschaft wurde im Jahr 2005 zur Schaffung einer Struktur gegründet, um für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Gesundheitsarbeiter_innen zu kämpfen. Wir haben den Regierungschef zwei Mal getroffen genauso wie alle „Mieter_innen“ des Premierminister-Amtes2, um sie dazu zu bewegen, sich mit unseren Vorstellungen von einem besseren Gesundheitswesen, die wir als Fachleute auf...[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Hintergrund/Doku, Togo

Senegal: Militante Massenproteste gegen Stromabschaltungen und Verfassungsreform verunsichern Regime Wadé

Am 27.06. 2011 erlebte Senegal die bisher heftigsten Proteste gegen die ständigen und oft lange andauernden Stromabschaltungen. In der Hauptstadt Dakar, die teilweise über 24 Stunden ohne Elektrizität blieb, demonstrierten am Montagnachmittag vorwiegend Jugendliche. Sie plünderten und steckten zahlreiche öffentliche Gebäude sowie Niederlassungen der Senelec, des staatlichen Energieunternehmens, in Brand. Mit brennenden Reifen blockierte Straßen legten den Verkehr über Stunden lahm und es kam immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei, die Tränengas einsetzte. Auch in Mbour, einer Küstenstadt 80 Kilometer südlich von Dakar, hatten die Jugendlichen die Schnauze voll davon, zwei Tage und Nächte ohne Strom auskommen zu müssen. Hier bot sich am Montagnachmittag das gleiche Bild wie in Dakar: zahlreiche brennende und/oder geplünderte Gebäude staatlicher Institutionen sowie der beiden Senelec-Verwaltungen, mit Barrikaden blockierte Hauptverkehrsstraßen und ein Katz- und Mausspiel zwischen Demonstrant_innen und überforderten Sicherheitskräften, die auf die Steinangriffe...[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Senegal

Togo: Studierende in Aufruhr, Gesundheitsarbeiter_innen mit Streiks erfolgreich

Während die Studierenden an der Universtiät von Lomé, die für bessere Studienbedingungen kämpfen, ihre Aktionen fortsetzen, konnten die Gesundheitsarbeiter_innen ihre Forderungen durchsetzen. Organisiert von der Gewerkschaft der Mediziner_innen und des Krankenhauspersonals SYNPHOT haben die im Gesundheitswesen Beschäftigten im Juni zwei Mal für jeweils vier Tage die Arbeit niedergelegt, begleitet von Vollversammlungen und sit ins. Seit 2006 war ihnen von der togoischen Regierung die Erfüllung ihrer Hauptforderungen nach Internetanschlüssen in den Krankenhäusern sowie Nachtschicht- und Risikozulagen versprochen worden, ohne dass die Zusagen eingehalten wurden. Nach den zwei Streiks lenkte die Regierung jetzt ein und unterzeichnete am 22. Juni eine Vereinbarung zur konkreten Umsetzung der Forderungen. Während dessen gehen die Protestaktionen der Studierenden weiter. Bereis seit mehreren Monaten fordern sie Verbesserungen der Studienbedingungen, damit die Anforderungen der neu eingeführten und am US- und EU- Vorbild orientierten Bachelor- Master-Studienordnung LMD...[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Togo