Regionen in Afrika

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Botswana: größter Streik in der Geschichte geht in die achte Woche

Botswana erlebt seit sieben Wochen den längsten und umfassendsten Streik seiner Geschichte. 90.000 Angestellte des öffentlichen Dienstes – mehr als 30 Prozent der lohnarbeitenden Bevölkerung – kämpfen für Lohnerhöhungen. Grund- und weiterführende Schulen sind geschlossen, die staatlichen Krankenhäuser dramatisch unterbesetzt, und einige kleinere Kliniken haben ihren Betrieb eingestellt. Gespräche mit Arbeitervertretern lehnt die Regierung ab und will die Streikenden zurück in die Schulen und Krankenhäuser zwingen. Über 1400 Angestellte, darunter Ärzte und Krankenschwestern, wurden seit Beginn des Ausstandes entlassen. Ein Gewerkschaftsführer wurde verhaftet und auf Kaution wieder freigelassen. Eine Einigung rückt damit in weite Ferne. Der Internationale Währungsfonds, für den Botswana seit jeher ein Musterbeispiel vorbildlicher neoliberaler Regierungsarbeit war, bescheinigt dem Land bezeichnenderweise gerade jetzt die »Rückkehr auf einen starken Wachstumspfad« und begründet das neben wieder steigenden Diamantenexporten auch noch mit guter Regierungsarbeit. Obwohl die Inflation...[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Urbane Konflikte, Botswana, Südliches Afrika

Botswana: ethnische Säuberung in der "Musterdemokratie"

Mitte Juli verfügte ein Gericht in Botswana, dass die San (Buschmänner), die im Central Kalahari Game Reservat (CKGR) leben, von ihrer Wasserversorgung abgeschnitten werden. Laut dem Urteil dürfen sie weder einen bestehenden Brunnen in der Nähe ihrer Siedlung nutzen, noch Bohrlöcher graben. Nicht einmal einen alten Brunnen, den die Regierung selbst angelegt hatte, dürfen sie noch benutzen. Das Gericht verweigert den ursprünglichen Bewohnern des Parks damit den für sie nächsten Zugang zu Wasser. Mehrere hundert Männer, Frauen und Kinder müssen nun zum Teil tagelang laufen, um in der Wüste des Kalahari-Parks Wasser zu finden. Doch auch von außerhalb des Parks könnten sie nicht so einfach Wasser holen, da Parkwächter sie daran hindern, mit Eselskarren in den Park zu fahren, weil im Park keine domestizierten Tiere erlaubt sind. "Wie sollen wir ohne Wasser überleben?", fragt Jumanda Gakelebone, der Sprecher der San. Er kündigte an, dass sie gegen das Urteil Berufung einlegen werden. Die Nichtregierungsorganisation Survival International bezeichnet den Umgang der...[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Landkonflikte & Hungerpolitik, Südliches Afrika, Botswana