Regionen in Afrika

Wähle hier die Archivtexte aus der gewünschten subsaharischen Region:

 

Nigeria: Entschädigung für Ölverseuchung im Nigerdelta

Der Erdölkonzern Shell zahlt den Bewohner_innen eines Fischerdorfs im Nigerdelta 70 Mio. € als Entschädigung für Umweltschäden aus der Erdölförderung. Dies gaben Shell und die Anwälte der Geschädigten am Mittwoch, den 07.01.2015, bekannt. Die Schäden waren durch zwei Öllecks einer Pipeline bei Bodo, einem ländlichen Vorort der Erdölmetropole Port Harcourt, in den Jahren 2008 und 2009 entstanden. Es ist nicht das erste Mal, dass Shell Dörfern in Nigeria Entschädigungen für Umweltschäden auszahlt. Im Fall Bodo hatten die Bewohner_innen ihre Klage jedoch mit Unterstützung in- und ausländischer Umweltschutz- und Menschenrechtsverbände vor einem Londoner Gericht erhoben. Nach dreijährigen Verhandlungen einigten sich jetzt beide Seiten auf eine Entschädigungssumme von 55 Mio. £ (70 Mio. €) . 44,6 Mio. € davon sollen auf 15 600 direkt Geschädigte, vor allem Fischer und ihre Familien, verteilt werden. Die Summe von 2.850 € pro Familie entspricht rund drei Jahreslöhnen eines nigerianischen Minimallohns. Die restlichen 25,4 Mio. € werden der Lokalverwaltung ausgezahlt und sollen...[mehr]

Rubrik: Nigeria, Soziale Kämpfe

"Die Schmerzgrenze ist noch nicht erreicht"

Im Folgenden dokumentieren wir ein Interview zu Boko Haram/Nigeria aus der Jungle World vom 15.Mai 2014. Heinrich Bergstresser ist Autor des Buches »Nigeria. Macht und Ohnmacht am Golf von Guinea« und hat unter anderem als Redakteur der Deutschen Welle viele Jahre über Nigeria berichtet. Im Gespräch mit der Jungle World erklärt er die extremen Gegensätze zwischen dem Norden und dem Süden des Landes. [mehr]

Rubrik: Hintergrund/Doku, Nigeria

England/Westafrika: Piraten, die eigentlich keine sind

Die somalischen Piraten stellen anscheinend nicht mehr die größte Gefahr für die Geschäfte der großen Reedereien dar. Nach dem am 18.06.2013 vom Londoner International Maritime Bureau herausgegebenen Jahresbericht kamen in Folge von Seepiraterie in 2012 vor Somalia 850 Seeleute 'zu Schaden', während sich im Golf von Guinea vor Nigeria knapp 1000 Personen mit Piratenangriffen konfrontiert sahen. Am Horn von Afrika seien aufgrund des massiven Einsatzes von Kriegsschiffen und bewaffnetem Sicherheitspersonal an Bord 80 Prozent weniger Seeleute von den Angriffen betroffen gewesen als im Jahr zuvor. Im Golf von Guinea wurden im letzten Jahr von 43 Schiffen Übergriffe gemeldet. Fachleute gehen allerdings davon aus, dass es mittlerweile pro Tag zu einer versuchten Enterung kommt, was aber zur Vermeidung steigender Versicherungsbeiträge meist nicht öffentlich gemacht wird. Die Piraten vor Westafrika haben es auf Rohöl und Benzin abgesehen und attackieren deshalb insbesondere vor Anker liegende Schiffe und Tanker. Die sich nur über einige Tage hinziehenden Geiselnahmen der Besatzung...[mehr]

Rubrik: Imperialistische Ausbeutung & Entwicklung, Westafrika, Nigeria, Benin, Togo

Nigeria: Generalstreik mit Unruhen

Der am 9.1.2012 begonnene Generalstreik gegen höhere Benzinpreise hat sich zu einer breiten Protestbewegung entwickelt, die inzwischen fast das ganze Land lahmlegt: „Ein Land steht still. Am zweiten Tag des Generalstreiks in Nigeria gegen die Streichung von Benzinpreissubventionen durch die Regierung blieben die Proteste gestern ungebrochen. In Lagos, größte Stadt Afrikas, formierten sich am Dienstagvormittag Tausende zu einer Demonstration durch die Innenstadt, während Jugendliche brennende Straßensperren an Zufahrtswegen zu Nobelvierteln errichteten und Autos mit Steinen bewarfen. Afrobeat-Songs der Musiklegende Fela Kuti begleiteten den Marsch, dem Augenzeugen zufolge Soldaten am Straßenrand applaudierten. Taxis und Ladenbesitzer, die aus Existenznot trotz des Streikaufrufs arbeiteten, hissten Zweige mit grünen Blättern als Zeichen der Solidarität. Während frühere Generalstreikaufrufe der nigerianischen Gewerkschaften oft wenig Widerhall außerhalb der Minderheit der organisierten Arbeitnehmerschaft in Staatsdienst und Ölsektor fanden, hat sich diesmal eine breite Massenbewegung...[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Westafrika, Nigeria

Nigeria: Shell to hell

In einer von der UNO am 04.08 2011 herausgegebenen Studie wird detailliert wie nie zuvor das durch die Ölindustrie hervorgerufene ökologische Desaster in der Ogoni-Region des Nigerdeltas beschrieben. Der Bericht, der auf einer vierzehn Monate langen und an 200 Orten durchgeführten Untersuchung basiert, hält fest, dass eine Wiederherstellung des Ökosystems mit seinen Mangrovenwäldern und dem Labyrinth von Bächen und Sümpfen 25 bis 30 Jahre beanspruchen und gut eine Milliarde Dollar kosten würde. Die Umweltzerstörung durch die seit fünfzig Jahren existierende Ölindustrie ist weitaus schlimmer als bisher angenommen. In mindestens zehn Gemeinden ist das Trinkwasser mit Kohlenwasserstoff kontaminiert und in einem Dorf sind die Menschen sogar auf Brunnenwasser angewiesen, das eine das 900-Fache des zulässigen internationalen Grenzwert übersteigende Benzolverseuchung aufweist. Zerstörte Fischgründe und verschmutzte Böden reduzieren die Verdienst- und Subsistenzmöglichkeiten der ansässigen Bevölkerung drastisch. Die Shell Petroleum Development Company (SPDC) gilt in der vom...[mehr]

Rubrik: Soziale Kämpfe, Imperialistische Ausbeutung & Entwicklung, Nigeria

Treffer 1 bis 5 von 6
<< erste < vorherige 1-5 6-6 nächste > letzte >>